Gedanken zum Jahresauftakt Teil 2: Scheitern ist kein Beweis der Unmöglichkeit

Noch ein Zitat, das ich aus meiner Winterlektüre zu Beginn des neuen Jahres teilen möchte: “Scheitern ist kein Beweis der Unmöglichkeit. Man muss weitermachen und es nochmals versuchen. Man macht einen Fehler, nächstes Mal macht man es hoffentlich besser, und es wird besser sein.” (vgl. Gespräche von Peter Haffner mit Zygmunt Baumann)

Für mich eine Ermutigung die Dinge, die ich 2018 anpacken möchte, mutig anzugehen und manche meiner Bemühungen, die ich bisher als gescheitert bezeichnet hätte, als “noch nicht gelungen” umzudeuten.

Nach den hoffentlich für Sie sehr angenehmen Weihnachtsfeiertagen wünsche ich Ihnen allen einen kraftvollen Start ins neue Jahr und freue mich Sie wieder bei Ihren Vorhaben begleiten zu dürfen.

Gedanken zum Jahresauftakt: Das Vertraute unvertraut machen

Einiges meiner – zugegeben sehr ambitionierten – Leseliste habe ich schon geschafft und einen interessanten Gedanken möchte ich dabei herausgreifen und ein bisschen weiterspinnen während im Hintergrund die Wiener Philharmoniker so schön spielen: Es sei die Aufgabe der Soziologie stets “das Vertraute unvertraut zu machen”. So beschreibt der 2017 verstorbene polnische Wissenschaftler Zygmunt Bauman den Kern seiner Arbeit. Und wenn ich es mir recht überlege, beschreibt dieser Satz auch sehr treffend einen wichtigen Baustein meiner Tätigkeit als Coach und Organisationsberaterin, wenn ich versuche neue Perspektiven einzubringen und helfe neue Aspekte in Altbekanntem zu entdecken.

Aber nicht nur für meinen Berufsstand ist diese Fähigkeit wichtig, auch für Führungskräfte ist dies essenziell. Wenn das Vertraute unvertraut wird, kann der Status Quo aufgeweicht und hinterfragt werden, können neue Ideen und Innovationen entstehen. In zwischenmenschlichen Beziehungen kann diese Fähigkeit helfen, positive Neuanfänge zu gestalten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Inspiration für alle Veränderungen, die Sie sich für 2018 vorgenommen haben.

Prosit Neujahr!

Inspiration für Sie: Meine Leseliste für meine Winterauszeit

Wer noch eine Geschenkidee braucht oder sich fragt, welche Werke er/sie sich am besten auf den e-Reader legen soll: Hier sind die Bücher, die ich mir vorgenommen habe.

Ein Klassiker zum Thema “Leadership”: Peter F. Drucker: The Essential Drucker

Eine schöne Zusammenfassung, was systemisches Denken und Handeln ausmacht und sehr nett illustriert: Torsten Groth: 66 Gebote systemischen Denkens und Handelns in Management und Beratung

Weil ich mich in meiner Praxis auch solchen Themen widmen möchte: Matthias Lauterbach: Einführung in das systemische Gesundheitscoaching

Was ich mir schon lange vornehme: Gregory Bateson: Steps to an Ecology of Mind (mal schauen, wie weit ich komme :-)

Um Erklärungen für die aktuelle politische Lage zu finden: Zygmunt Baumann: Retrotopia

Und weil es im Urlaub nicht nur die schwere Kost sein kann: Javier Marias: Mein Herz so weiß (ein spanischer Bestseller-Autor und eine wirklich tolle Geschichte)

Aktuelles zur Studie zum Thema Rekrutierung und Retention von Technikerinnen und Naturwissenschaftlerinnen

Seit dem Sommer habe ich mich im Auftrag der AK Wien intensiv mit der Frage beschäftigt, wie es gelingen kann, Technikerinnen und Naturwissenschaftlerinnen für das eigene Unternehmen zu gewinnen und dann auch zu halten.

Dazu bin ich mit einer Reihe namhafter Unternehmen in Dialog getreten, mit dem Ziel die aktuellen Herausforderungen zu erheben, Maßnahmen zu diskutieren, Best Practices festzuhalten und damit für einen größeren Kreis zugänglich zu machen.

Die Ergebnisse wurden ich am 17. November im Rahmen einer Dialogveranstaltung präsentiert und mit den anwesenden Unternehmen weiter diskutiert. Derzeit bin ich dabei den Endbericht fertig zu stellen.

Die Ergebnisse geben dann einen strukturierten Überblick über die jeweiligen Herausforderungen an verschiedenen Stellen einer Berufsbiographie sowie über mögliche Maßnahmen. Damit bilden Sie eine Basis auf der es sich gut unternehmensspezifisch diskutieren lässt.

Gerne stehe ich da auch Ihnen zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie mich.

 

Buchtipp: Svenja Hoffert – Agile Führung

Lange habe ich mich gefragt, was denn das wieder für ein neuer Modetrend in der Führungsliteratur ist. Da hier oft nur alter Wein in neuen Schläuchen präsentiert wird, wollte ich mich erst gar nicht so vertiefen. Bis ich das Buch von Svenja Hoffert entdeckt habe. In „Agile Führung“ beschreibt sie, was hinter diesem neuem Trend steckt- nämlich ein Übertragung vieler Prinzipien aus dem agilen Projektmanagement auf das Thema Führung allgemein. Sie beschreibt sehr schön die Entstehungsgeschichte und bringt die Essenz der Philosophie sehr schön auf den Punkt. Mehr dazu in Kürze in meinem Newsletter (bitte anmelden) bzw. an dieser Stelle.

Geschafft: Abschluss meiner psychotherapeutischen Ausbildung

In diesem Oktober war soweit: meine Ausbildung zur systemischen Psychotherapeutin ist mit der offiziellen Eintragung in die Liste des Bundesministeriums abgeschlossen. 6,5 Jahre Ausbildung gingen mit einem – angekündigt durch das zugegeben sehr schnöde Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit inkl. Zahlschein für die Amtsgebühr J – zu Ende.

Viele haben mich gefragt, was oder ob sich dadurch etwas verändert. Für PsychotherapieklientInnen wird es nun möglich eine Kostenrückerstattung bei der jeweiligen Krankenkasse zu beantragen (mehr dazu im Bereich „Psychotherapie“ auf meiner Website). Sonst werde ich wie schon bisher in allen meinen vier Geschäftsfeldern – Organisationsberatung, Training, Coaching und Psychotherapie – arbeiten. Für mich ein echter Mehrwert: Mein psychotherapeutisches Verständnis und Handwerkszeug fließt dabei in alle meine Projekte, Trainings und Vorträge mit ein und umgekehrt nutzt es meiner psychotherapeutischen Praxis sehr nahe dran am Alltag in Organisationen zu sein.

Juhu…ich habe meinen Blog wiederentdeckt.

Es war so viel los in den letzten zwei Jahren…spannende Projekte, die Ankunft meiner Tochter Victoria Clara, der Abschluss meiner psychotherapeutischen Ausbildung (mehr dazu in einem extra Blog-Beitrag), aufregende Reisen, soziales Engagement…

Jetzt habe ich aber meinen Blog wiederentdeckt und möchte Sie/Euch hier wieder auf dem Laufenden halten. Welche Themen mich gerade beschäftigen, welche Projekte mich umtreiben, wo man mich trifft etc.

Und weil ein Blog keine Einbahnstraße sein muss, freue ich mich ab jetzt auch über Kommentare oder Kontaktaufnahmen ihrerseits.

Begegnung mit Ihrem eigenen Potenzial – KODE® Potenzialanalysen

Lange habe ich gesucht, um eine Methode zu finden, die zu meinem Menschenbild und meiner Theoriebasis passt. Umso lieber arbeite ich jetzt mit der KODE®-Potenzialanalyse und freue mich dieses Verfahren ab jetzt nicht nur in Firmen sondern auch für Privatkunden anbieten zu können. KODE® erlaubt die Messung der persönlichen Schwerpunkte in Bezug auf 64 für den beruflichen Erfolg relevanten Kompetenzen, lässt einen Vergleich mit einem Soll-Profil zu (z.B. Führungskompetenz, Vertriebskompetenz oder Interkulturelle Kompetenz) und liefert zusätzlich für jede der 64 Kompetenzen spezielle Übungsprogramme zum Selbststudium mit.

Mit einem entsprechenden Vorgespräch können Antworten auf aktuelle berufliche Fragestellungen gefunden werden oder es ergibt sich über die Analyse ein guter Einstieg in einen Coaching-Prozess. Zum Ablauf und den Konditionen gebe ich gerne persönlich Auskunft.

Mehr Information finden Sie auch unter Info-Material für KODE

Weitere Inspirationen für dieses Jahr: The happiness project – Ist Glück planbar?

Gretchen Rubin hat ein Buch zu ihrem “Happiness Project” geschrieben. Jedes Monat ein Motto, ein bestimmtes Thema, das helfen soll, ein glücklicheres Leben zu führen. Neben dem Vorsatz das eigene Energieniveau zu heben (“boost your energy”), widmet sie unter anderem jeweils ein Kapitel dem Thema Partnerschaft (“remember love”), der Arbeit (“aim higher”), der Elternschaft (“lighten up”), Geld (“Buy some happiness”, und dem großen Thema Achtsamkeit (“mindfulness”).

Insgesamt – und das ist vielleicht die Kernaussage – ermutigt sie uns für die jeweiligen Themen unsere eigenen Wege zum Glück zu definieren, sich bei ihr etwas abzuschauen oder es auch ganz anders zu tun. Jedenfalls – und da mag dieses Buch wieder sehr amerikanisch anmuten – das Glück in die eigenen Hände zu nehmen. The pursuit of happiness…

Mehr dazu ab sofort in meiner Coaching Praxis…

Weitere Inspirationen für dieses Jahr: “Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,…”

Das Jahr ist noch jung. Die Neujahrsvorsätze vielleicht schon wieder gebrochen, vergessen, die Vorhaben aufs nächste Jahr verschoben. Manchmal braucht es zusätzliche Inspiration das Leben zu leben, dass man leben möchte. Anbei eines meiner liebsten Gedichte/Texte von Jorge Luis Borges, das mich immer daran erinnert, gute Augenblicke zu suchen und zu genießen.

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, im nächsten Leben, würde ich versuchen mehr Fehler zu machen.

Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen. Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin, ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen. Ich würde nicht mehr so gesund leben. Ich würde mehr riskieren. Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten. Freilich hatte ich auch Momente der Freude.

Aber wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben. Falls Du es noch nicht weißt, aus diesen besteht nämlich das Leben. Nur aus diesen Augenblicken. Vergiss nicht den jetzigen.

Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst barfuß gehen. Und ich würde mehr mit Kindern spielen, wenn ich mein Leben noch vor mir hätte.

Aber seht….ich bin 85 Jahre alt und weiß, dass ich bald sterben werde…

(Jorge Luis Borges, 1899 – 1987)