Erkenntnisse aus dem Silicon Valley Teil 1: Wer scheitert wird nicht bestraft

Der Herbst ist ins Land gezogen und ich habe meine Erkenntnisse aus meiner persönlichen Learning Journey in die USA (Chicago, Seattle, Portland und San Francisco) gleich in meine aktuellen Projekte eingebracht. Einige wichtige Punkte möchte ich aber an dieser Stelle noch teilen .

Zur Kultur des Scheiterns in den USA wurde an anderer Stelle schon viel gesagt und geschrieben. Trotzdem ist es aus meiner Sicht noch ein weiter Weg von der Kategorie „Kennen wir und klingt grundsätzlich gut“ zur Kategorie „Machen wir auch so.“ Umso beindruckender war daher schon bei meiner ersten Reise nach San Francisco mit den Gründern eines Start ups über deren Einstellung zu Risiko und die Möglichkeit des Scheiterns zu sprechen. Auf meine Frage, was wohl der wichtigste Unterschied zwischen europäischen und amerikanischen Investoren sei, war die Antwort klar: Amerikanische Investoren rechnen damit, dass nur eines von zehn Investments aufgeht. Das Scheitern gehört damit dazu. Die neun gescheiterten UnternehmerInnen dürfen daraus lernen und weiter machen. Wir Europäer hingegen wollen bei allen Investments als Gewinner vom Platz gehen und sind dadurch übervorsichtig bzw. vergeuden kreatives Potenzial indem wir gescheiterte UnternehmerInnen vom Spiel ausschließen. Auch wenn nicht alles Gold ist, was im Silicon Valley glänzt, denke ich, dass es sich lohnt über dieses Thema nachzudenken und eine Kultur des Neuanfangs und des Lernens aus Fehlern zu etablieren.