Wie halten Sie es gerade mit Ihrer Work-Life Balance?

Mich beschäftigt dieses Thema aktuell sehr. Persönlich, aber auch in vielen meiner Coachings und Workshops spielt es eine große Rolle. Dabei beobachte ich, dass die Fragestellung mittlerweile beide Seiten umfasst. Nämlich:

  • Wie bringe ich private Verpflichtungen und Interessen neben einem anspruchsvollen Job unter?
  • Wie schaffe ich genug Zeit und Energie (neben privaten Verpflichtungen, Home Schooling, zusätzlichen Corona Testterminen etc.) für meine Arbeit und meine Karriereentwicklung? Und am besten das alles noch ohne Burnout.

Ein einfaches Rezept (wie Verlängerung des Tages um einige Stunden) kann ich leider nicht anbieten. Dennoch habe ich für beide Kategorien ein paar Tipps für Sie zusammengefasst:

Mehr Zeit für Privates unterbringen:

  • Finden Sie heraus, um was es genau geht: Was fehlt Ihnen derzeit am meisten?
  • Planen Sie Privates wie Berufliches gleichberechtigt ein: Je nachdem was Sie oben über sich herausgefunden haben, planen Sie es gleichberechtigt mit beruflichen Terminen ein. Bleiben Sie dabei realistisch. Was ist in Ihrer aktuellen Situation für Sie möglich? Vielleicht ist ein mehrtägiger Wellness- oder Kultururlaub wegen Corona und familiärer Verpflichtungen nicht möglich, ein Ausstellungsbesuch oder eine Massage im Rahmen einer verlängerten Mittagspause aber doch.
  • Fixieren Sie beim Planen immer die großen Dinge zuerst: Urlaube und Auszeiten lassen sich leichter unterbringen, wenn frühzeitig die Zeit im Kalender reserviert ist.
  • Probieren Sie Neues aus und verlängern so (gefühlt) die Zeit: Wenn wir am Wochenende spannende, neue Aktivitäten einplanen erleben wir die Zeit oft bewusster und das Wochenende kommt uns viel länger vor. Ich muss diese Aktivitäten allerdings immer schon unter der Woche vorbereiten, damit es mir gelingt. Freitag Abend bin ich oft zu müde dafür.
  • Legen Sie eine Sammlung von schönen Erlebnissen an, die Sie verwirklichen wollen: Wenn ich sehr erschöpft bin und dringend eine Auszeit brauche, bin ich gleichzeitig oft sehr unkreativ. Hier hilft mir meine Sammlung von Aktivitäten, die mir normal Freude bereiten. Daraus wähle ich dann in so einer Situation aus.

Mehr Zeit und Energie für die eigene Karriere: 

  • Finden Sie ein Ritual, um rasch in die Gänge zu kommen: Routinen helfen uns rasch in den richtigen state of mind zu kommen und damit viel produktiver zu sein. Ich starte meinen Arbeitstag im Büro/in der Praxis immer damit, dass ich mir in Ruhe einen Tee koche (Achtsamkeit, Selbstfürsorge). Dann starte ich mit einer Aufgabe, die ich rasch erledigen kann. Damit bin ich optimal aufgewärmt für den Tag. Wie könnte Ihr Ritual aussehen?
  • Reflektieren Sie das schlechte Gewissen (gegenüber der Familie): Viele von uns plagen sich mit Sorgen, ob Sie an anderer Stelle mehr gebraucht werden, ob es wohl ok sei, wie sie ihr Arbeiten gestalten. Auch ich kenne solche Phasen. Mir hilft hier immer eine Meta-Ebene einzunehmen und für mich nachzudenken: Was beeinflusst meine eigene aktuelle Gefühlslage? Geht es um meine persönlichen Bedürfnisse (z.B. Gehen mir meine Kinder ab?) oder die meiner Kinder? Oder geht es um (angenommene) Erwartungen in meiner Familie oder gar um gesellschaftliche Konventionen? Nach dem Sortieren kann ich leichter zu meiner eigenen Linie zurückfinden und Entscheidungen treffen bzw. meine eingeplante Arbeitszeit fokussierter genießen.
  • Planen Sie Aufgaben im Einklang mit dem persönlichen Bio-Rhythmus: Unsere Leistungsfähigkeit schwankt im Laufe des Tages. Die individuellen Unterschiede sind groß. Beobachten Sie einmal selbst ihre Hochs und Tiefs und versuchen Sie Aufgaben und Termine (dort, wo es möglich ist) danach einzuteilen.
  • „Tu Du“ statt „To do“ – Delegieren Sie konsequent: Eine gute Work-Life Balance hat sehr viel mit dem Setzen von Prioritäten und auch mit dem Aufhören bestimmter Aufgaben zu tun. Was könnten Sie also loslassen, um mehr Freiraum zu gewinnen? Hinterfragen Sie sich auch selbst bei allen Aufgaben bei denen Sie denken, dass nur Sie sie erledigen können.
  • Wählen Sie bevorzugt Aufgaben, die Ihnen liegen: Gestalten wir unsere Arbeit entlang unserer persönlichen Stärken, sind wir dabei oft produktiver und brauchen weniger Kraft dafür.